Unter Beachtung dieser Vorgaben wurden dann auf dem neuen Unterbau die beiden
Schattenbahnhöfe nebst Wendeln neu gebaut. Hier zunächst eine Übersicht über
die neuen Schattenbahnhöfe:
Zuvor war noch über etwas Grundsätzliches zu entscheiden. Immer wieder las und hörte ich, dass man im Schattenbahnhof durchaus
Gleismaterial verwenden könne, welches man im sichtbaren Teil aus optischen und/oder technischen Gründen nicht mehr verbauen wollte.
Häufigstes Argument: Das Material ist nun einmal da, und ich will an dieser Stelle Geld sparen. Obwohl ich auch noch über einiges
Alt-Material verfüge, kam ich aber zu der Überzeugung, dass die landläufige Denkweise völlig falsch ist. Gerade im verdeckten und
meistens nicht gut zugänglichen Teil der Anlage muss alles reibungslos funktionieren! In diesem Sinne wäre die Verwendung von
mehr oder weniger anfälligen Komponenten nach meiner Überzeugung schlicht Sparen an der falschen Stelle.
Während im sichtbaren Bereich durchaus auch von Hand gesteuert wird, man nahende "Unfälle" meistens sofort sieht und dann sofort reagieren
kann, läuft der Schattenbahnhof regelmäßig automatisch. Selbst, wenn das nicht der Fall sein sollte: In jedem Fall ist der SB in der
Regel schlecht einsehbar. Selten sieht man "Unfälle", man hört sie nur. Im Gegensatz zum sichtbaren Teil ist die
Behebung einer Störung im SB sehr viel aufwändiger. Man fische mal einen Thalys oder einen anderen, festgekuppelten Ganzzug aus der
Wendel oder dem SB. Spätestens dann weiß man, was man falsch gemacht hat - in der Regel irreversibel falsch.
Deshalb entschied ich mich für das derzeit bestmögliche Industriegleis, nämlich Peco Code 55. Das Flexgleis von Peco lässt sich hervorragend
verarbeiten, und die Peco-Weichen sind sehr betriebssicher. Sie verfügen über ein durchgängig metallenes Herzstück, das
polarisiert
werden kann, d. h., es gibt keine Stromunterbrechung beim Befahren. Die Ein- und Ausfahrt-Weichenstraßen im SB1 bestehen aus 10 Weichen; meine Tests mit anderem Weichenmaterial ergaben, dass
viele Züge mehr oder weniger regelmäßig an irgendeiner Stelle dieser Weichenstraßen hängenbleiben, es sei denn, man jagt sie mit
hohem Tempo darüber, was naturgemäß die Entgleisungsgefahr beim Abzweigen in das SB-Gleis deutlich erhöht. Derartige Probleme gehören
mit den (polarisierten) Peco-Weichen der Vergangenheit an.
Zur Geometrie der Peco-Weichen siehe auch
Peco Code 55 Gleisgeometrie
Mit der Entscheidung für Peco war zwangsläufig auch die Entscheidung für Unterflur-Weichenantriebe verbunden. Diese sind im Störungsfalle
leicht zugänglich und schnell austauschbar. Ich baute die leisen und sehr zuverlässigen
Servo-Antriebe ein, die ohne nervtötendes Gefummele
justierbar sind und bekanntermaßen nur selten ausfallen.
Last but not least ist das Peco-Gleis-Material aus Grossbritannien im Vergleich zu hiesigem Gleismaterial auch günstiger im Preis,
zumindest wenn man es direkt von einem englischen Händler beschafft, z.B. von
The Signalbox
oder
antik . Nach meiner Erfahrung werden selbst die höheren Transportkosten von der Insel mehr als kompensiert durch den
niedrigeren Preis - vorausgesetzt, man beschafft möglichst alle benötigten Teile mit einer Bestellung; aber das
sollte auf der Basis einer ordentlichen Planung kein Problem sein.
Achtung: Britische websites sind sehr
gewöhnungsbedürftig. Also nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn man ein wenig nach Informationen suchen muss!
Noch ein kleiner Hinweis: Die Briten offerieren natürlich ihre Maße und ihre Währung. Wenn also von "Yard" die Rede
ist, dann sind das 914 mm (daher dieses "krumme" Maß für die Flexgleise). Und die Preise sind in Britischen Pfund angegeben.
Die müssen also mit dem aktuellen Euro-Kurs umgerechnet werden. Immerhin: Man kann in GB mit Euro bezahlen! Das
funktioniert mit Hilfe einer Kreditkarte mühelos.