Das Grundprinzip der MpC ist so einfach wie genial:

  • Die Hardware ist im Prinzip "dumm". Sie besteht aus Steckkarten im Europa-Format 160 x 100 mm, die zentral und gut zugänglich in einem 19"-Rahmen untergebracht werden. Diese Karten (Fahrstromversorgung, Belegtmelder, Weichenschaltung etc.) besitzen keinerlei Steuerungslogik, sondern dienen ausschließlich der "strommäßigen" Verbindung mit der Modellbahnanlage. Das ermöglichte, diese Hardware im Prinzip seit 1987 unverändert zu lassen. Die verwendeten Bauelemente (Widerstände, Kondensatoren, Transistoren, Dioden, IC's) sind seit Jahrzehnten bei jedem Elektronik-Versender im Programm; adäquater Ersatz für sie könnte somit jederzeit beschafft werden. Über zwanzig Jahre hinweg erworbene Steckkarten harmonieren problemlos miteinander.

    Bild:   Der "Lok-Decoder" der MpC: Die Blocksteckkarte 9505; sie versorgt 2 Blöcke mit Fahrstrom und beinhaltet darüber hinaus 2 Belegtmelder.

  • Die Software beinhaltet die gesamte Steuerungs-Logik, und im Wesentlichen findet die Weiterentwicklung nur in der Software statt. Das Programm kommuniziert mit den einzelnen Steckkarten. Das geschieht über eine Schnittstellenkarte, die im ISA-Bus des PC steckt, die ihrerseits mit der Interface-Karte im 19"-Rahmen Informationen austauscht. Diese Interface-Karte wiederum "spricht" mit den einzelnen Steckkarten, gibt also z. B. Weichenschaltbefehle weiter oder nimmt Belegtmeldungen entgegen. So kennt nur das Programm (und nicht die Hardware!) für jede Lok deren spezifisches Fahrverhalten sowie die Anfahr- und Bremscharakteristik. Die Steckkarte versorgt - vom Programm gesteuert - beispielsweise den Block 2 mit Fahrstrom. Das Programm erkennt über den in der Blockkarte integrierten Belegtmelder, dass z.B. eine BR 103 in den Block 2 einfährt, und es regelt nun die Steckkarte dergestalt, dass diese die für die BR 103 vorgesehene Geschwindigkeit oder das sanfte Abbremsen bzw. Anfahren im Block 2 erzeugt. Fährt eine andere Lok in den Block 2, so wird deren Geschwindigkeitsprofil zur Erzeugung des Fahrstroms benutzt.

    Entscheidend ist hierbei die Reaktionsgeschwindigkeit des Programmes: Vom Eintreffen einer Belegtmeldung bis zur Reaktion darauf dürfen - auch unter größerer Last - nur Millisekunden vergehen, damit ein Steuerbefehl den fahrenden Zug noch vor dem Eintreffen im nächsten Abschnitt erreicht. Man muss bedenken: Ein Modellzug, der umgerechnet auf den N-Maßstab 100 km/h fährt, legt innerhalb einer Sekunde rund 17 cm zurück!

    Bild:  Übersichtliche MpC-Bedienoberfläche auf dem Monitor
      Bild anklicken für größere Darstellung


    Der Vorteil dieses Konzeptes liegt auf der Hand: Die stürmische Entwicklung im Computer-Bereich hat uns Leistungs-Volumina beschert, die ganz andere Möglichkeiten bieten, als zu Beginn der Entwicklung dieses Programmes. Heute verfügt ein gewöhnlicher PC für unter 500 EUR bereits locker über 200 GB Plattenspeicher und einen enormen Datendurchsatz. Ein damit vergleichbarer Rechner füllte nebst Speichermedien 1987 noch einen mittleren Saal (mit Doppelboden und Klimaanlage, versteht sich).

    Es war also eine kluge Entscheidung, Steuerungs-Logik nicht in die Hardware zu integrieren; denn die hätte man im Laufe von 20 Jahren sicherlich einige Male ausstauschen müssen, sofern man an neueren Entwicklungen teilhaben wollte. Wer sich einmal die Entwicklung der Lok-Decoder und der diversen Digital-Systeme nur in den letzten 10 Jahren vergegenwärtigt, weiß, wovon ich spreche. Und es ist sicher nicht vergnügungssteuerpflichtig, aus seinen Loks ältere Decoder, die nicht mehr zu überzeugen vermögen, auszulöten, um derzeit aktuelle einzubauen. Steckschnittstellen gibt es ja noch nicht so lange, und es gibt renommierte Hersteller, die bauen solche Stecker bis heute nicht einmal in jede ihrer Neuentwicklungen ein.

    Software hingegen lässt sich "mühelos" weiterentwickeln, und sie kann die rasant erweitereten Möglichkeiten der modernen PC nutzen. Im Zweifel lässt sich auch ein kompletter PC problemloser austauschen als eine mehr oder weniger fest verdrahtete Steuerungs-Hardware.

    Das Besondere an der MpC ist in dieser Hinsicht, dass sie im Laufe der Jahre einen gewaltigen Funktionsumfang entwickelte, aber nach wie vor mit allen Steckkarten - wann immer sie auch erworben wurden - problemlos zusammenarbeitet. Inkompatibilität ist bei der MpC ein Fremdwort!

    Noch ein Wort zum Betriebssystem:

    Derzeit basiert die MpC noch auf DOS. Das hört sich erschreckend an, sieht nach Rückständigkeit aus und scheint einiges von dem zuvor Gesagten zu widerlegen. Dem muss entgegen gehalten werden: