Acrylröhren als "Paternoster"
Wohl die meisten Modellbahner besitzen mehr Fahrzeuge, als sie - auch unter Einbeziehung von Schattenbahnhöfen - auf ihrer
Anlage fahren oder auch stehen lassen können. Üblicherweise werden also in gewissen Zeitabständen Loks und Zuggarnituren
zwischen Vitrine und Anlage ausgetauscht. Das ist für einzelne Loks in der Regel problemlos; ganze Zuggarnituren - zumal
festgekuppelte wie ein ICE - erfordern da beim Aufgleisen schon etwas mehr "Fummelei". Bei einer computergesteuerten Anlage
kommt noch hinzu,
dass man beim Zugaustausch diese Züge an- und abmelden muss. Schließlich muss die Steuerung ja wissen, ob und wenn ja, wo
auf der Anlage eine Lok zum Einsatz kommt.
Als SB-Ersatz oder zur Überwindung größerer Höhenunterschiede gibt es mittlerweile von einigen Herstellern Angebote
für sogenannte Paternoster, auch als
Loklift bezeichnet,
also Einrichtungen, die ganze Züge
in mehreren Ebenen über- bzw. untereinander aufnehmen, oder aber in Form einer
rotierenden
Trommel konstruiert sind.
Diese Konstruktionen arbeiten mit nicht unerheblichem mechanischem Aufwand, weil die Ebenen ja (motorisch) gewechselt
werden müssen, und das sehr präzise, damit die Schienen im Paternoster mit dem Ein-Ausfahrgleis von der Anlage fluchten.
Bild: Gahler+Ringstmeier
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Bild: Paternoster im Miniaturwunderland Hamburg (hier mit nur
einer Ebene als Wendelersatz). Er hat soeben einen Zug, der unten in die Paternoster-Ebene einfuhr, nach oben geliftet, wo der Zug nun in den Anlagenabschnitt oben einfährt. |
Solche Paternoster werden auch von meiner Modellbahnsteuerung MpC bedient, was ich mir für einen - sozusagen händisch
betriebenen - Paternoster zunutze machte. Ich entschied mich anstelle von Vitrinen für Acryl-Röhren, wie sie z. B.
von
HLS-Berg
angeboten werden. Dies schon aus dem Grund, um den Epochenwechsel auf meiner Anlage mit vertretbarem Aufwand
bewältigen zu können.
Die Röhren
beinhalten Schienen, die über einen Adapter an ein spezielles Gleis des
Schattenbahnhofes angeschlossen und mit Fahrstrom versorgt werden können. Diese Röhren gibt es in unterschiedlichen
Längen, so dass von Triebwagen(garnituren) bis hin zum ICE, Thalys oder sonstigen fest gekuppelten Ganzzügen, alles in diesen
Röhren staubbdicht "geparkt" werden kannn. Überdies kann man sie mit speziellen Haltern als Vitrinen-Ersatz an der
Wand aufhängen. Sie sind in ihren Innenabmessungen so bemessen, dass die Züge ruhig ein wenig kippeln können;
sie "fallen" immer
wieder in die Schiene zurück, ohne zu entgleisen.
Bild: Ein Teil meiner Train-Safe-Röhren. (Ja, der Hintergrund muss noch
ansehnlicher gestaltet werden!)
Bild: Ein Adapter für Peco-Gleise. Er ist an das spezielle Anschluss-Gleis
zu meinem SB angeschlossen. Auf der anderen Seite hat er zwei Rastnasen, in die dann die Röhren eingerastet werden
und über die auch die Fahrschiene in der Röhre mit Fahrstrom versorgt wird.)
Bild: Hier sieht man eine Röhre, die gerade auf den Adapter aufgesetzt
worden ist. Ich habe zu diesem Zweck eine Konsole vor dem SB für die Röhren angebaut.
Bild: Der Kesselwagen-Ganzzug fährt jetzt aus der Röhre aus und wird
über das Anschlussgleis in das Ausfahrgleis des Schattenbahnhofs eingeschleust.
Die "Mimik" der MpC zur Bedienung von Paternostern für meine
Röhren nutzbar zu machen, verdanke ich einem Tipp des MpC-Anwenders
Dieter Kalender.
Die Röhren sind sogenannte virtuelle Blöcke für die MpC, das heißt, sie sind der Steuerung bekannt, benötigen aber
keine eigene Hardware. Für diejenigen, die das im Detail interessiert, habe ich den Anschluss unter
Röhren-Anschluss detaillierter
beschrieben.
Die Züge in den Röhren an der Wand bleiben der Steuerung auch bekannt; sie sind sozusagen in einem
externen Abstellbahnhof temporär abgestellt. Das hat den Vorteil, dass ich Züge, die in die Röhre hineinfahren, nicht bei
der Steuerung abmelden und auch bei der erneuten Einfahrt in den SB nicht anmelden muss. Es handelt sich lediglich um ein
Rangiermanöver, welches ich mit Hilfe von Aktionen und Fahraufträgen (zwei sehr mächtigen Werkzeugen der MpC) über
das
Bildschirmstellwerk so automatisiert habe, dass jeweils zwei Klicks mit der Maus ausreichen, um die Fahrmanöver
auszuführen.