Arnold BR 194 (Deutsches Krokodil): Einbau Glockenanker-Motor

Voraussetzungen
Motor:              Maxon
Umbausatz:       sb Modellbau Nr. 1015
Schnittstelle:     Nein
Fräsarbeiten:     Ja
Vorbemerkung
Das "Deutsche Krokodil" von Arnold ist immer noch ein sehr ansehnliches und darüber hinaus sehr robustes Modell,
so dass sich zur Verbesserung der Laufkultur der Einbau eines Glockenankermotors anbietet. Der Umbausatz von
sb-Modellbau enthält einen Maxon-Motor, allerdings ohne Kardanköpfe. Es liegt ein Hinweis bei, dass diese Teile
nicht mehr als Ersatzteil zu bekommen sind und sie deshalb nicht mitgeliefert werden können. Deshalb ist es
notwendig, die Kardanköpfe von den Wellen des Originalmotors abzuziehen, was leicht vonstatten geht.
Die Köpfe müssen danach auf 1,5 mm aufgebohrt werden, damit sie auf die Wellen des neuen Motors passen.
Wem das zu heikel ist, der kann die Kardanköpfe an sb-Modellbau einsenden. Dort übernimmt man zuverlässig
und unentgeltlich diese Arbeit. Schon nach zwei bis drei Tagen kommen die aufgebohrten Kardanköpfe zurück.
Vorarbeiten
Zunächst wird das dreiteilige Gehäuse der Lok gemäß Arnold-Anleitung abgenommen. Man entfernt zunächst das
Führerhaus, danach die beiden "Motorhauben". Diese sitzen etwas stramm. Sie werden durch beherztes Ziehen
wie ein Schlitten nach vorn gezogen, ggf. unter gleichzeitigem Spreizen der Hauben. Danach wird die obere
Platine nebst Bleigewicht abgeschraubt, und dann können der Motor ausgebaut und die Kardanwellen entnommen
werden. Achtung: Auf den Wellenenden vor der Schnecke befindet sich je eine kleine Messingscheibe, die schnell
ins Getriebe fällt. Diese Scheiben unbedingt bis zum Einbau des neuen Motors sicherstellen, weil sie sich
gern und schnell unsichtbar machen. Als letztes werden die Drehgestelle abgenommen. Dazu drückt man
vorsichtig auf die Blenden und drückt das Fahrgestell leicht einseitig nach unten. Es springt dann aus der
Verankerung (siehe Bild).

Fräsen
Um den Maxon-Motor einbauen zu können, muss ggf. in die untere Platine ein Ausschnitt für die Schwungscheibe
gefräst werden. Der mir vorliegende Motor hat eine Schwungscheibe, die einen um 1,55 mm größeren Umfang als
das Motorgehäuse hat. Bei sb-Modellbau erfuhr ich, dass es auch Umbausätze mit einer 9 mm-Schwungscheibe für
die BR 194 gibt. Damit würde sich eine Ausfräsung erübrigen. Positiv sei erwähnt, dass sb-Modellbau anbot,
Platine, Fahrwerksrahmen und Motor einzusenden, um die durch die größere Schwungscheibe erforderlichen
Arbeiten zu übernehmen. Man kann das aber ohne weiteres auch selbst durchführen und damit den Vorteil der
größeren Schwungscheibe nutzen.

Das Bild zeigt die Ausfräsung in der unteren Platine (Fahrwerksboden). Da die Platine mit dem Kontaktstift,
der durch den Fahrwerksrahmen den Kontakt zur oberen Platine herstellt, fest verbunden ist, empfiehlt sich
ihr Ausbau nicht. Man kann die Fräsarbeiten aber ohne Probleme im eingebauten Zustand vornehmen. Mit einem
Stück Silberdraht wird der durch den Ausschnitt unterbrochene Leiterbahnkontakt wieder hergestellt. Den
Lötpunkt muss man am äußersten Ende der Kontaktbahn anbringen, damit die Kontaktlasche des Drehgestells
weiterhin ungehindert zusammen mit dem Drehgestell ausschwenken kann.

Eine "Liegeprobe" des Maxon-Motors (im Bild ist die Unterseite des Fahrgestellrahmens zu sehen) zeigt, dass
die Schwungscheibe ausreichend Platz hat.
Die obere Platine bedarf ebenfalls eines Ausschnittes, da die Schwungscheibe auch über den oberen Rahmenrand,
auf dem die Platine bündig aufliegt, etwas hinausragt. Ferner ist auf jeder Seite eine 2mm große Bohrung
einzubringen (siehe Markierung), die der Durchführung der Motoranschlusskabel dient.

Motoreinbau
Zuerst werden die Fahrgestelle wieder eingeclipst. Danach schiebt man die Kardanköpfe auf die Wellen des
Maxon-Motors und fixiert sie auf den Wellen mit einigen Tropfen Kleber, die man mit einem Zahnstocher
applizieren kann.

Das Bild zeigt den Motor mit bereits aufgesteckten Kardanwellen, die auf den zuvor
aufgeklebten Kardanköpfen stecken.
Nun wird der Motor eingebaut. Er liegt auf der unteren Platine (Fahrwerksboden), wo er mit
wenigen Tropfen Kleber fixiert wird. Die Kardanwellen werden zuvor in ihre Lager gesteckt.
Dabei bitte auf die kleinen Scheiben am Wellenende achten!

Zuvor werden noch die Kardanköpfe des Motors auf die Kardanwellen geschoben.
Das Ergebnis sieht dann so aus:

Es ist zu empfehlen, den Motor zunächst nur leicht festzukleben und danach mit zwei Klemmen an den Trafo
anzuschließen. Der Motor kann jetzt noch ein paar Minuten lang - während er dreht - bewegt werden, bevor
der Kleber anzieht. Das reicht aus, um den Motor so auszurichten, dass die Wellen sauber in beiden
Richtungen drehen. Wenn es richtig läuft, hört man den Motor nur relativ leise surren. Falls nötig,
sollten noch die Schnecken auf den Wellen mit einer winzigen Menge Getriebefett (z. B.
B 52) geschmiert
werden. Jetzt versieht man das Motorgehäuse links und rechts noch mit ein paar Tropfen Kleber zum
zusätzlichen Fixieren. Dann lässt man das Ganze etwa eine halbe Stunde lang stehen, damit der Kleber
ausreichend aushärten kann.
Danach wird die obere Platine wieder eingebaut, wobei die Motoranschlusskabel durch die zuvor eingebrachten
zwei Bohrungen durchgeführt und dann angelötet werden. Die Kabel sollten etwas länger belassen werden,
damit die Platine für Wartungsarbeiten später wieder abgehoben werden kann, ohne dass die Kabel abgelötet
werden müssen. Diese Art der Stromübertragung ist im Gegensatz zu den noch vorhandenen Kontaktlaschen
(links und rechts an der Platine) bombensicher.

Jetzt wird noch das Ballastgewicht auf der Platine beidseitig festgeschraubt und danach das Gehäuse
aufgesetzt und festgeschraubt.
Achtung: Die markierte Lötstelle sollte gegen das Ballastgewicht mit
einem kleinen Plastikstreifen isoliert werden, um einen Kurzschluss zu vermeiden! Nun surrt die Lok
über das Gleis und vermittelt ein völlig neues Fahrgefühl!