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Leitungs-Tester

 


Von meiner Computer-Steuerung gehen diverse Stecker ab zum Anlagenrand und von dort weiter auf Lötleisten, Verbindungsstecker der Segmente oder auf Pfostenstecker für die Servo-Anschaltungen. Es besteht also reichlich Bedarf daran, sowohl den Durchgang einer Leitungsverbindung über viele Steck- und Lötverbindungen bis hin zum Ziel-Segment zu testen, als auch gegebenenfalls zu prüfen, ob ein Schaltsignal von der Steuerung auf dem vorgesehenen Pin eines Steckers ankommt.

Zunächst führte ich derartige Prüfungen mittels eines herkömmlichen Durchgangsprüfers aus. Das gestaltete sich allerdings teilweise sehr schwierig, weil häufig Pins innerhalb eines oder gar zweier Stecker überprüft werden mussten, was wegen der Enge im Steckergehäuse schon fummelig ist (die Pins in einem Sub-D-Stecker liegen eng beieinander, so dass es schwierig ist, z. B. eine kleine Krokodilklemme an einem Pin anzubringen, die erstens hält und zweitens keinen Kontakt zu Nachbarpins bekommt). Dann liegen mitunter Start und Ziel einer Durchgangsprüfung auch noch bis zu einigen Metern auseinander. Zeitaufwändig gestalteten sich auch die systematischen Prüfungen der Verbindungsstecker unter den Segmenten.

Um diesem Übel abzuhelfen, baute ich mir einen Leitungstester, der mir auf einem Panel mit 37 LED (für die maximale Anzahl von Pins in meinen Steckern) optisch anzeigt, ob Durchgang besteht. Auf der Rückseite des Leitungstesters befinden sich die wesentlichen bei mir vorkommenden Sub-D-Verbinder: 9-polig, 25-polig und 37-polig sowie ein 10-poliger Pfostenstecker (die Regel-Steckverbindung für Weichen, Signale, LED und Taster bei der MpC).

Da es für Computer-Schnittstellen solche Tester gibt, suchte ich bei den einschlägig verdächtigen Versandhändlern nach einem ähnlichen Gerät für den oben beschriebenen Zweck. Ich wurde allerdings nicht fündig, ohne natürlich ausschließen zu können, dass es so etwas irgendwo auf der Welt schon gibt. Die Bastelei hat dann letztlich aber auch Spaß gemacht.

Es gibt jetzt zwei Prüfverfahren:

  • Mit Prüfstrippe

    Ein Stecker, der zum Anlagenrand führt oder sich unter den Segmenten befindet, wird auf den Leitungstester aufgesteckt, und danach kann ich mit dem Prüfkopf, der in die Battrie-Buchse eingesteckt wird, der Reihe nach alle Kontakte, die ich prüfen möchte, antippen. Auf dem Panel sehe ich sofort, ob Durchgang besteht oder nicht. Das entspricht dem üblichen Durchgangsprüfer, nur, dass ich nicht für jede Prüfung erst die Prüfklemme auf der anderen Seite umklemmen muss.
  • Ohne Prüfstrippe

    Wenn ich prüfen will, ob z. B. ein Schaltimpuls für eine Weiche oder ein Signal auf dem vorgesehenen Steckerpin am Ende der Leitungsstrecke - oder auch bei Verbindern dazwischen - ankommt, dann schalte ich die Eingangsbuchse auf 25 V um und stecke ein Verbindungskabel von der Stromversorgung für den entsprechenden Verbraucher (Weiche, Signal etc.) in die Prüfbuchse für Spannungen bis zu 25 VDC. Auf der Rückseite wird dann wieder der Ziel-Stecker auf die entsprechende Buchse gesteckt. Wenn ich jetzt z. B. eine Weiche schalte, dann blitzt die betroffene LED kurz auf. So sehe ich, ob die Impulse für gerade oder abzweigend auf den richtigen Pin des Steckers verdrahtet wurde.

 

Bild 1

Der Durchgangsprüfer zeigt Durchgang für den Pin 7 des auf der Rückseite eingesteckten Steckers an. So können jetzt alle Pins des Steckers bei Bedarf schnell geprüft werden, indem mit dem Tastkopf nur noch Kontakte auf der "anderen Seite" der Steckerverbindung, z.B. auf einer Lötleiste, der Reihe nach angetippt werden, ohne dass man erst die zweite Prüfstrippe am Stecker umstecken muss.
 
Bild 2

Hier ist die Rückseite des Gerätes zu sehen. Es sind Buchsen für SUB-D-Stecker 9-, 25- und 37-polig vorhanden Ferner ist ein Pfostenstecker zu sehen, der vor allem für mit Flachbandkabel ausgeführte Steckverbindungen - bei mir die Verbindungen von und zu den Schaltdecodern der MpC (Weichen, Signale, Taster, LED) - genutzt werden kann. In der Regel kann damit geprüft werden, ob ein Schaltimpuls von der Steuerung beim Verbraucher bzw. der vorgeschalteten Anschaltung ankommt. Die LED blitzt im positiven Fall kurz aber deutlich sichtbar auf.
 
Bild 3

Die beiden Buchsen werden über den zweipoligen Umschalter aktiviert, d. h. der LED-Platine wird die positive Spannung über den Umschalter zugeführt. Entweder der Tastkopf für die Durchgangsprüfungen steckt in der roten Buchse, wobei er über die eingebaute 9V-Blockbatterie Spannung erhält, oder aber die von der Steuerung kommende Schaltspannung für die Decoder wird über die blaue Buchse von außen zugeführt. In diesem Falle wird die Batterie-Spannung natürlich abgeschaltet. Das Tasten wird in solchen Fällen durch Schaltbefehle (entweder über Taster oder - wie bei mir - über Schaltbefehle der Computersteuerung MpC) ersetzt.


Der Leitungsprüfer besteht im Wesentlichen aus dem Anzeigepanel und den SUB-D-Steckern, sowie den Prüfbuchsen, eingebaut in ein Standard-Gehäuse von Conrad.



Bild 4

Hier ist der geöffnete Leitungstester zu sehen, links der Deckel mit Buchsen, Umschalter und mittels Doppelklebeband befestiger Blockbatterie, rechts das Innenleben des Kästchens.
 
Bild 5

Das ist die - zugegebenermaßen nicht sehr professionell gebaute - Platine für das Anzeigepanel. Auf einer normalen Streifenrasterplatine (Lochabstand 2,54 mm) befinden sich die Vorwiderstände und die zugehörigen LED. Die Frontplatte des Gehäuses bekam entsprechende 3 mm - Bohrungen. Platine und Frontplatte wurden dann zusammengesteckt und ergeben zusammen das Anzeigepanel.
 
Bild 6

Die insgesamt 79 Litzen der 4 Buchsenleisten, die in die Frontplatte der Gehäuserückseite eingebaut wurden, habe ich zunächst einmal auf der Zwischenplatine auf 37 Pins zusammengeführt. Von dort besteht dann jeweils eine Verbindung zu jeder LED. Das hört sich umständlich an, aber mein erster Versuch mit einem Leitungstester war weniger erfolgreich, weil in dem kleinen Gehäuse die Mehrfachverbindung von Litzen am Panel zu unübersichtlich wurde. Wer geschickter ist als ich, kann die Verbindungen natürlich auch auf direktem Wege herstellen.
 

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Bild 7

Platinenlayout für das Anzeigepanel.
 
Bild 8

Schaltbild für den wahlweisen Anschluss der Batterie oder einer externen Spannungsquelle.
 
Bild 9

Häufiger musste ich auch Verbindungen testen, die von einem SUB-D-Stecker am Anlagenrand zu einer Lötleiste unter der Anlage führen. Für diese Fälle habe ich noch Adapterkabel (Stecker-Stecker) fabriziert, damit auch eine solche Verbindung komfortabel getestet werden kann.
 


Den Wert des Vorwiderstandes habe ich zunächst mit Hilfe eines im Internet gefundenen Progrämmchens errechnet. Aber wie es gemäß Murphy's Gesetz ist: Man hat hunderte von Widerständen und Widerstandsreihen gekauft, aber natürlich ist der benötigte Wert nicht vorhanden. Also habe ich aus meinem reichhaltigen Widerstandsfundus einige Exemplare sowohl mit 9V-Batterie als auch mit 25V DC aus dem Trafo ausprobiert - auch mit Dauerbelastung von einigen Minuten. Ich fand dann in meinem Vorrat einen Widerstand, der bei diesem Test nicht heiß wurde und bei dem die LED noch hell genug leuchten. Diese Widerstände habe ich dann verbaut. (Ich habe nicht einmal den Wert behalten; das ist mir auch ziemlich egal. Hauptsache, es funktioniert).

So, wie hier, handele ich häufiger nach der Spruchweisheit:

Theorie ist, wenn Experten erklären, wie es gehen müsste, aber nichts funktioniert.
Praxis ist, wenn alles funktioniert, und keiner weiß, warum.

 

 
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