Um eine Modellbahnanlage mit Hilfe eines Computerprogrammes steuern zu können, muss die zu steuernde Anlage zunächst dem Programm bekannt sein, d. h. es muss alle Strecken, Weichenverbindungen, Abstell- und Bahnhofsgleise kennen.

Diese Beschreibung ist in TraincontrollerTM denkbar einfach: Das Gleisbild wird auf dem Monitor mit dem Gleisbildeditor gezeichnet. Zu diesem Zweck verfügt der Editor über alle notwendigen Symbole. Wer seine Anlage - so wie ich es gemacht habe - nicht als einen geschlossenen Kreis darstellen möchte (was absolut vorbildwidrig wäre), kann die Darstellung sinnvoll aufteilen.

Ich habe insgesamt 6 Stellwerke definiert, die über die Register im Kopf des GBS schnell zur Anzeige gebracht werden können. Die einzelnen Stellwerke (mit Ausnahme der separaten Mess-Strecke) sind über sogenannte Konnektoren miteinander verbunden, das sind kleine Markierungen an den jeweilig zu verbindenden Gleisenden, die immer paarweise auftreten. So verbindet z. B. der Konnektor E im Ausfahrgleis West des HBf die Strecke zum Schattenbahnhof 2 mit dem gleichnamigen Konnektor im Stellwerk SB2.

Diese Form der "Parzellierung" des Gleisplanes lässt sich vielfältig - vor allem bei komplizierten Gleisbildern mit Über- und Unterführungen - einsetzen, womit für ein wesentlich übersichtlicheres Gleisbildstellwerk gesorgt wird.

Gleisbild Hauptbahnhof mit den Konnektoren A-E, die den Hbf mit den Strecken zum Ne-Bahnhof und den beiden Schattenbahnhöfen verbinden

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Gleisbild Schattenbahnhof 1 mit den Konnektoren B und C, welche die Strecke und den Hbf auf der östlichen Seite anbinden.

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Gleisbild Schattenbahnhof 2 mit den Konnektoren A und E, welche die Strecke und den Hbf auf der westlichen Seite anbinden.

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 Aufgrund dieser Spurplan-Erfassung generiert TraincontrollerTM nun automatisch einen Blockplan, wobei die einzelnen Blöcke durch Weichenstraßen verbunden sind. "Weichenstraßen" im Sinne von Traincontroller sind alle Verbindungen zwischen Blöcken, also ggf. auch Gleisabschnitte ohne Weichen, die nicht als Block deklariert wurden (z. B. kürzere Gleisverbindungen zwischen Weichen). Nun kennt das Programm die gesamte Anlage und alle möglichen Fahrwege, ohne dass der Benutzer irgendwelche Angaben (z. B. Strecke führt von A nach B über Weiche xgerade, yabzweigend und zabzweigend) mühsam und fehlerträchtig eintippen müsste.

Als nächstes muss nun bei den einzelnen Objekten (Weichen, Signalen, Tastern und Schaltern) über ihr Eigenschaftsfenster die jeweilige Digital-Adresse eingetragen werden. Danach können bereits Weichen und Signale durch Anklicken im Gleisbild geschaltet werden.


Eigenschaftsfenster für Weichen. Ein solches Dialogfenster gibt es auch für jedes
andere TraincontrollerTM-Objekt.

Den Blöcken und auch den Weichen(straßen) können nun Melder zugeordnet werden, damit das Programm erkennen kann, dass sich ein Fahrzeug in einem Abschnitt mit der zugeordneten Digitaladresse befindet. Diese Melder können sowohl physikalischer Natur sein (also reale Verdrahtung eines Gleisabschnittes an einen Belegtmelder des Digitalsystems, oder Verdrahtung eines Punktkontaktes, z.B. eines Reedkontaktes), als auch virtueller Natur (Melder ohne Verdrahtung, die einfach als solche bei Blöcken oder Weichen(straßen) definiert werden und bei denen das Programm, wenn sie eingeschaltet werden, ebenso reagiert, wie auf eine physikalische Belegtmeldung. Näheres dazu siehe hier).


Blockplan im Fahrdienstleiter.  Für eine größere Darstellung bitte auf das Bild klicken!

Der so von TraincontrollerTM generierte Blockplan wird im sogenannten Fahrdienstleiter angezeigt - das ist sozusagen die "organisatorische Ebene" des Programmes, die auch für den automatischen Betrieb zuständig ist - während das mit dem Editor erzeugte Gleisbild mit seiner individuell gestalteten Oberfläche normalerweise als Gleisbildstellwerk für den Modellbahnbetrieb genutzt wird. Im Fahrdienstleiter werden - ohne schmückendes Beiwerk - alle Blöcke und Weichenverbindungen angezeigt. Hier können nun Zugfahrten mit Start- und Zielblöcken durch einfaches Anklicken definiert werden. Näheres dazu siehe hier). .

Man kann im Gleisbildstellwerk auch Gleise und Gleisverbindungen ohne Definition eines Blockes erzeugen. Diese Gleise können von Hand gesteuert befahren werden, und auch die Weichen, die mit solchen Gleisen verbunden sind, können von Hand geschaltet werden. Die Definiton einer Zugfahrt oder einer Weichenstraße ist aber nicht möglich, weil es keinen Block gibt, so dass auch keiner generiert werden konnte.